Anstehende Fällungspläne der Stadt

Wird aus dem Segen wieder ein Sägen ?

Jubelnd wie Sterntaler steht die Stadt im Geldregen zur Sanierung des Hangeweihers. Nun soll durchgepflegt, sollen Sichtachsen hergestellt und mehr Aufenthaltsqualitäten geboten werden. Da sieht das Aachener Baumschutzbündnis schon das Grün wie üblich unter die Kettensäge kommen und die grüne Lunge so schwindsüchtig werden, wie die im vor Aufenthaltsqualität zertrampelten Elisengarten. Der urwüchsige hintere Teil des Hangeweihers, der sich heimlich erholen konnte und zu einer Kleinidylle gewachsen ist, ist jetzt höchst gefährdet. Eine Zerstörung würde auch Kindern wieder einen kleinen, paradiesisch-abenteuerlichen Schlupfwinkel rauben, also genau das, woran es heutzutage mangelt. Ausgebesserte Wege mögen sinnvoll sein, aber im bauwütigen Überschwang muß man fürchten, daß ein vollbeleuchteter Kaiser-Friedrich-Premiumradweg herauskommt. Auch bleibt zu hoffen, daß man da nicht auf Bodenkulturschätze stößt, sonst geschieht dem Park auch noch die Überbauung mit einer neuen begehbaren Edelstahlvitrine. Hat Aachen mit Aquis-Plaza nicht endlich mal genug Aufenthaltsqualitäten? Wir brauchen Lebensqualität in Form gesunder Umwelt. Sauberere Luft fordern Ärzte immer lauter, das wäre Lebensqualität! Und die stiften Grünflächen. Eine Anwohnerin der Lütticher Straße, wollte die Bäume vor ihrem Haus im Zuge der Straßensanierung weghaben, mit dem Verweis, Bäume und Grün habe man doch am Hangeweiher genug. Und nun geht es also dem an den Kragen. Der Grünschwund geht flächendeckend unbekümmert weiter, in der Innenstadt durch Bauverdichtung, im Außenbereich durch Neubauten, in den Parks wegen Transparenz, in vielen Privatgärten durch Schotterbeetmode, entlang der Wege durch grünfeindliche Verkehrsplaner, und auch die letzten Waldzipfel werden zu „ästhetischen Energielandschaften“ vermurkst. Weil die Stadt unverdrossen gegen so banale Fakten verstößt, muß man es immer wiederholen: Ökologie, nicht Technik ist der primäre Klimaschutz und daher ist jede ökologische Zerstörung ein kontraproduktiver Beitrag zu Klima und lokaler Luftqualität.

Mag ja löblich sein, daß ein Privatunternehmen der Stadt steuerabsetzbare Spendengelder zur Verfügung stellt, aber warum bepflanzt man dann nicht endlich mal die zahllosen leeren Baumfelder für die die Stadt keinen finanziellen Spielraum zu haben vorgibt?